Aktivitäten

Hallo Zusammen,

vom kommenden Donnerstag bis Samstag findet das diesj?hrige Finale des Ramada-Cups, der Deutschen Schachamateurmeisterschaft in Kassel statt. Auch diesmal wird der Schachklub Schweich stark vertreten sein, so wie es bisher aussieht, sogar den st?rksten Vertreter stellen.

In der Gruppe A (>2100) spielt unser Boris (ELO 2269) mit. Er z?hlt zu den Mitfavoriten in dieser Gruppe und darf sich zurecht Chancen auf den Titel des Deutschen Meisters machen.

In der Gruppe B (1900-2100) vertritt Dirk (ELO 2096) die Farben des Vereins. In dieser ausgeglichenen Gruppe ist vieles m?glich. Dirk wird versuchen, m?glichst viele Pinkte zu sammeln.

In der Gruppe C (1700-1900) stellt sich Uwe (DWZ 1814) den Gegnern aus allen Ecken Deutschlands. Nach seinem tollen Abschneiden in K?ln-Br?hl darf er sich zurecht Chancen auf einen vorderen Platz machen.

Wir werden Euch berichten, wie es gelaufen ist. Wer t?glich nachschauen mag, wie wir uns schlagen, kann dies unter www.ramada-cup.de/kassel machen.

Gru? Dirk

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Hallo Zusammen,

wenn einer eine Reise macht, so kann er was erz?hlen. Frei nach diesem Motto sende ich Euch einen kleinen Bericht ?ber unsere 3 Tage in Kassel.

Viel Spa? beim Lesen!

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Dabei sein ist (fast) alles

Ein R?ckblick ?ber das Finale der Deutschen Amateurmeisterschaft in Kassel.

Mittwoch, 10.06.2009
Die drei Schweicher Teilnehmer, Uwe, Boris und Dirk machten sich am vergangenen Mittwochabend auf den langen und mit einigen Staus bespickten Weg in den ?hohen Norden? nach Kassel. Uwe hatte sich im Vorfeld bereit erkl?rt, sein Auto f?r die Reise zur Verf?gung zu stellen. Da wir erst nach der Arbeit losfahren konnten, erreichten wir auch erst gegen Mitternacht unser Hotel, wo schon die erste ?berraschung wartete. Weder Boris noch ich waren irgendwo auf den Zetteln des hoffnungslos ?berforderten Nachtportiers zu finden. W?hrend Boris noch ein Einzelzimmer, wie vor 4 Wochen gebucht, erhalten sollte, fand man f?r mich nun keine Unterkunft und auch keine vern?nftige Alternative. Erst nach R?cksprache mit dem Veranstalter, der gl?cklicherweise noch in der Bar einen Absacker zu sich nahm, konnte ich zumindest f?r die erste Nacht ein Einzelzimmer erhalten (wie sich am Folgetag rausstellen sollte, war ich kein Einzelfall- das Hotel hatte die Zimmer einfach ma?los ?berbucht). Sichtlich genervt und m?de gings dann nach einem kurzen Abstecher in die nicht allzu gem?tliche Hotelbar auf die Zimmer.

Donnerstag, 11.06.2009
Der n?chste morgen begann mit pers?nlicher Registrierung und einem ausgiebigem Fr?hst?ck, nachdem Boris und ich Uwe endlich fanden. Dieser reagierte weder auf telefonische Weckrufe, noch auf Klopfzeichen an der T?r. Vielleicht lags an seiner Erk?ltung, die ihm doch zu schaffen machte. Da auch Boris noch an den Folgen seines Krankenhausaufenthalts litt und auch ich nicht ganz fit war, sollten wir also unter ?erschwerten? Rahmenbedingungen k?mpfen.

Es folgte der Hauptgrund, warum wir uns auf den Weg nach Kassel machten, die 1. Runde. W?hrend Boris diese erfolgreich ?berstand, bemerkten Uwe und ich, dass eine dreimonatige Schachpause so seine T?cken haben kann, wenn man beim Finale auf topvorbereitete Gegner trifft. Wir verloren beide die erste Runde.

Ich versuchte mehrfach, auch die folgenden N?chte in einem Zimmer verbringen zu k?nnen, man konnte mir seitens des Hotels aber nichts anbieten. So zog ich bei Boris ein, dem ich echt dankbar bin, dass er mich aufgenommen hat.

Etwa 30 weiteren Schachspielern erging es ?hnlich, kamen am Freitag doch noch die 4 Mannschaften, die um die? Deutschen Pokalmeisterschaft spielten, hinzu.

Nach kurzem Snack und ein bisschen Ausruhen ging es zur zweiten Runde.

Uwe konnte seine erste Punkteteilung erzielen , auch Dirk spielte Remis (er stand besser, fand den Gewinn aber nicht). Zu aller ?berraschung verlor Boris!

Er lehnte ein Remis ab und ?berstrapazierte seine Stellung.

Da wir bis Abends nach 20 Uhr spielten, gingen wir z?gig was essen (der Grieche um die Ecke ist nicht unbedingt zu empfehlen).

Ein kurzer Blick auf die Auslosung der kommenden Runde lie? uns noch aufs Zimmer gehen und uns, Fritz sei dank, auf unsere Gegner der kommenden Runde vorbereiten.

Gegen 1 Uhr war der Tag vorbei.

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Freitag, der 11.06.2009
Uwe kam uns diesmal zuvor und weckte uns. Wir fr?hst?ckten wieder ausgiebig-diesmal 30 Minuten fr?her als sonst, damit wir, bei dem ma?los ausgebuchten Hotel, auch einen Tisch ergattern konnten.

Die 3. Runde stand an. Boris erk?mpfte sich eine technisch gewonnene Stellung, die es nur noch galt umzusetzen. Das ihm dies gelang, stand f?r mich au?er Frage. So fuhr er seinen 2. Punkt ein und konnte wieder um die vorderen Pl?tze mitspielen.

Uwe konnte ebenfalls seinen ersten Sieg einfahren und war entsprechend zufrieden.

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Dirk vergab im Endspiel mit Qualit?t gegen einen Bauern die Riesenchance auf den n?chsten Punkt. So war die dritte Runde eine nicht ganz so erfolgreiche.

Nach kurzem Mittagsmahl und noch k?rzerer Vorbereitung auf die Gegner der 4. Runde gings wieder an die Bretter.

Diesmal konnte Dirk seine Theoriekenntnisse nutzen und gewann in einem hei?en Skandinavier. Uwe spielte einen Sizilianer, dessen Analyse aufzeigte, dass das gesamte Brett in Flammen stand. Da war soviel m?glich, dass es sich lohnt, diese Partie nochmals zu beleuchten.

Boris konnte diese beiden Klassepartien sogar noch ?berbieten. In einer Partie, die in die 5. Stunde ging (und das als 2. Partie des Tages!), hatte er ein hochgradig kompliziertes Endspiel auf dem Brett. Dame und 4 Bauern gegen Dame und 4 Bauern. Er stand leicht schlechter, hielt dieses Endspiel gegen einen starken Gegner aber Remis. Was die Analyse mit Fritz allerdings ergab, lie? Boris ungl?ubig staunen.

In diesem figurenm??ig ausgeglichenen Endspiel gab es eine Stellung, die Fritz mit -8 (!)? gegen Boris anzeigte. Boris glaubte erst, Fritz habe sich verrechnet oder die Stellung sei falsch aufgebaut. Aber Fritz verrechnet sich nun mal selten. Und Boris war im Nachhinein mehr als gl?cklich ?ber diesen halben Punktgewinn.

Man glaubt es kaum, dass so was in so einem Endspiel passieren kann. Keiner von uns dreien, auch nicht Boris`Gegner, immerhin mit einer ELO von 2279 ausgestattet, fand diese Abwicklung. Mal sehen, wer`s am Klubabend findet.

Fazit: Die 3 Partien dieses Nachmittages waren allesamt absolut sehens- und bemerkenswert.

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Stand nach 4 Runden:
Boris: 2,5 Punkte
Dirk: 1,5 Punkte
Uwe: 1,5 Punkte

Der Hunger forderte seinen Tribut und wir zogen FastFood dem s?dosteurop?ischen Gusto vor. Wie schnell man doch einen MC Donald`s finden kann, wenn man sich nicht einig ist. Klingt unwahrscheinlich, war aber so: Wir fanden auf k?rzestem Wege Amerikas Exportschlager-Imbiss. Es war nach unser aller Gusto.

Abends g?nnten wir uns einen richtig guten Whisky in der d?nn besuchten Bar und stellten fest, dass wir schon mitten im Schachwahn waren, sprachen wir doch den ganzen Abend ?ber nichts anderes, als Er?ffnungsvarianten.

Nat?rlich gings wieder aufs Zimmer zur Vorbereitung auf die kommende, letzte, Runde.

Dann gings wieder um 1 Uhr ins Bett.

Samstag, 13.06.2009:
Die letzte Runde stand an. Vorher das rituelle Packen und Fr?hst?cken, sowie das Auschecken. Das hatten wir- Erfahrung macht schlau -schon am Abend vorher erledigt.

So mussten wir nur die Koffer ins Auto bringen und schon gings wieder ans Schachbrett.

Wir einigten uns im Vorfeld, dass keiner eines diese ber?hmt-ber?chtigen Schlussrunden-Remis machen w?rde. Es gab derer, wie in jeder Schlussrunde, gen?gende. Nach einer Stunde waren die Reihen massivst gelichtet.

W?hrend Boris`seine Schlusspartie gewann und damit unter die ersten 5 vorsto?en sollte, verlor Uwe ungl?cklich sein letztes Spiel.

Den Vogel in dieser Runde schoss Dirk ab. Er spielte eine Variante im geschlossenen Franzosen. Bis zum 14. Zug war dies absolutes Theoriegeschiebe. Dann spielte sein Gegner einen Zug, der in Dirks Buch von Konikowski keinerlei Erw?hnung findet.

Der Autor verschweigt diesen Zug und behauptet, einzig eine andere Abwicklung komme in Frage. Dirks Gegner allerdings hatte sich ein besseres Buch zugelegt (Tipp an dieser Stelle: Kauft keine B?cher von Konikowski!-Sie sind es nicht wert!) und gewann die Partie.

Es gab nach Analyse nach dessen 14. Zug keine ad?quate Fortsetzung f?r Dirk, trotz Mehrbauern. Wer mag, hier die Variante:

1.e4 e6 2. d4 d5 3. e5 c5 4. c3 Sc6 5. Sf3 Db6 6. Ld3 Ld7 7. 0-0 cd4: 8. cd4: Sd4: 9. Sd4: Dd4: 10. Sc3 De5: 11. Te1 Db6 12. Sb5 Db8 13. Df3 Ld6

Laut Konikowski kommt nun als beste Wei?e Fortsetzunng folgendes in Frage:

14. Dd5: Lh2:+ 15. Kh1 h6 16. Dd4 Sf6 17. g3 Lg3:? 18.fg3: Dg3: 19 Sd6+ Kf8 und Schwarz h?tte passables Spiel mit viel Initiative und Bauern f?r die Figur.

Dirks Gegner spielte aber anders:

14. Sd6: Dd6: 15. Lf4 !!

Und nun steht Wei? deutlich besser (+0.8) und das trotz zwei Bauern weniger. Dieser Zug findet bei Konikowski nicht einmal Erw?hnung. Dirk vertraute dem Autor blind und musste nun am Brett die Antwort finden, die es so nicht gibt. Lf4 widerlegt diese Variante. Man darf somit als Schwarzer nicht die beiden Bauern im Zentrum nehmen.

Wer will kann Fritz befragen. Ich ?berlege mir, ob ich Konikowski nicht einen Leserbrief schreiben soll.

Lange Rede, kurzer Sinn. Nach der 5. Runde bestaunten wir noch einen Blitzentscheid der beiden Sieger der Deutschen Pokal-Einzelmeisterschaft. Nachdem jeder eine Partie f?r sich entscheiden konnte, gab es sage und schreibe 5 (!) Remis. Es war schon erstaunlich, wie diese Remis, die allesamt ausgespielt wurden, zusammen kamen. Da beide Spieler eine sehr gute Spielst?rke (>2400) hatten und ebenso jung wie schnell waren, war es ein Genuss mitanzusehen, wie sie ihre Figuren in atemberaubendem Tempo ?bers Brett schoben. Auf eine Drohung folgte eine Gegendrohung.

Irgendwann mussten wir uns vom Treiben trennen denn, wir sollten ja noch heim fahren. Auch wenn`s schwer fiel, das Schachwochenende war vorbei.

Wir g?nnten uns vor der Abreise noch ein leckeres Mittagessen beim Amerikanischen Gourmet-Tempel Nr. 1 und dann gings zur?ck, diesmal in z?gigerem Tempo.

Was nehmen wir aus diesem Turnier mit? Dass wir uns k?nftig vorbereiten, dass wir nicht so bekloppt sind, wie manch anderer Schachspieler und dass Dirk gen?gend Raum gegeben wurde, um seine kommunikative Kompetenz auszusch?pfen- bedingt durch Uwes und Boris` ruhige, ja fast verschlossene Art.

Ach ja, und dass es trotz allem eine tolle Veranstaltung ist, die der Deutsche Schachbund hier Jahr f?r Jahr liefert.

Bis zum n?chsten Mal!

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